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Kontaktlinsen-Lexikon

Tag-und-Nacht Linsen

Tag-und-Nacht Linsen (Day-and-Night) sind Dauertragelinsen, die über einen Zeitraum von sieben bzw. 30 Tagen durchgängig getragen werden können. Andere Kontaktlinsen haben gewöhnlicher Weise eine Tragezeit von über acht bis vierzehn Stunden.

Weshalb Tag-und-Nacht Linsen?

Tag-und-Nacht Linsen eignen sich insbesondere für Menschen, die Nachts auf scharfes Sehen angewiesen sind. Dies ist beispielsweise im Gesundheitswesen, bei Polizei und Feuerwehr oder Menschen, die im Schichtdienst tätig sind, der Fall. Empfehlenswert können Tag-und-Nacht Linsen beispielsweise auch auf Reisen sein. So ist man nicht auf eine Ersatzbrille angewiesen.

Die verlängerte Tragezeit: Eine Frage des Kontaktlinsenmaterials

Möglich wird die verlängerte Tragezeit von Tag-und-Nacht Linsen durch moderne Kontaktlinsenmaterialien, deren Materialeigenschaften eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit gewährleisten. Diese Silikon-Hydrogel-Linsen zeichnen sich außerdem durch einen geringen Wassergehalt aus. Dieser liegt bei manchen Tag-und-Nacht Linsen bei unter 30 Prozent. Deshalb eignen sie sich auch für Menschen, die zu trockenen Augen neigen.

Tag-und-Nacht Linsen bei Tag und Nacht?

Obwohl Tag-und-Nachtlinsen dauerhaft getragen werden können, empfehlen Augenärzte die Linsen nicht jede Nacht im Auge zu belassen. Aufgrund von mangelnder Hygiene besteht das Risiko an einer Augenkrankheiten zu erkranken. In schlimmen Fällen kann dies theoretisch bis zum Erblinden gehen. Deshalb ist die optimale Anpassung beim Augenoptiker oder Augenarzt zwingend erforderlich. Nur durch regelmäßige Nachkontrollen beim Kontaktlinsenspezialisten können mögliche Folgeschäden von Sauerstoffmangel am Auge frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Mangelnde Hygiene steigert das Risiko an einer Augenentzündung zu erkranken. Durch Bakterien, Keime und Pilze verursacht, können die Kontaktlinsen nicht mehr Aufgesetzt werden. Erst wenn die Entzündung abgeheilt ist empfiehlt sich das erneute verwenden der Linsen wieder. Eine Bindehautentzündung kann sich so weit ausweiten, dass es sogar zu einer Hornhautentzündung kommt.

Während dem Schlafen sind die Augenlieder unbewegt, weshalb die Kontaktlinsen nicht mit genügend Tränenflüssigkeit durchspült werden. Diese ist aber wichtig für die Sauerstoffversorgung des Auges. Ohne ausreichend Sauerstoff bekommt das Auge nicht genügend Energie. Als Folge funktionieren die Stoffwechselprozesse nicht richtig und die anfallenden Stoffwechselprodukte werden nicht ausreichend abtransportiert.

In Folge kann es zu einem Hornhautödem kommen. Dabei funktioniert der Abtransport von Wasser aus der Hornhaut nicht mehr richtig. Durch die Wassereinlagerungen in der Hornhaut wird diese trüb und quillt auf. Dies beeinträchtigt das Sehvermögen enorm. Bei längerem Mangel an Sauerstoffmangel besteht außerdem das Risiko der Einsprossung von Blutgefäßen. Bekommt das Auge nicht genug Sauerstoff, versucht es den Bedarf über kleine Äderchen zu decken. Dies kann so weit gehen, bis die Äderchen bis über die Pupille hinweg wachsen. Dadurch wird das Sehfeld negativ beeinträchtigt.

Vorbeugung gegen Augenkrankheiten

Bei den Tag-und-Nacht Linsen sollte besondere Aufmerksamkeit auf den Tragekomfort gerichtet werden. Jeden Morgen nach dem Aufstehen und abends gilt es erneut zu überprüfen, ob die Sehschärfe wie gewohnt ist. Herrscht nach dem Aufstehen ein anhaltendes Trockenheitsgefühl oder Fremdkörpergefühl, das innerhalb der nächsten Minuten nicht verschwindet und tritt nach Anwendung von Mitteln zur Nachbenetzung keine Besserung auf, sollten die Kontaktlinsen unbedingt abgesetzt werden.

Menschen, die Tag-und-Nacht Linsen tragen, sollten sich morgens und abends die drei folgenden Fragen stellen:

  • Ist meine Sehschärfe so gut wie gewohnt?
  • Verursachen die Kontaktlinsen ein störendes Gefühl?
  • Sind meine Augen klar?

Wenn eine der Fragen oder mehrere ein negatives Ergebnis bringen, sollten die Kontaktlinsen bis zur Beruhigung des Auges nicht mehr getragen werden.