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Kontaktlinsen-Lexikon

Kälte und Kontaktlinsen

Bei niedrigen Temperaturen sind auch Kontaktlinsen ganz besonderen Herausforderungen ausgesetzt. Das passende Material und der richtige Umgang sind daher für Kontaktlinsen-Träger entscheidend um selbst bei Kälte ein gutes Tragegefühl genießen zu können.

Die passenden Kontaktlinsen bei kalten Temperaturen

Materialeigenschaften

Bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes ist die Luftfeuchtigkeit so gering, dass sich die Augen sehr schnell trocken anfühlen. Daher sind Kontaktlinsen-Materialien von Vorteil, die keine oder nur wenig Feuchtigkeit entziehen. Grundsätzlich versuchen Kontaktlinsen ihren Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten. Geht Feuchtigkeit an die Umgebung verloren, so holen sie sich diese direkt von den Augen zurück. Die Folge: Ein Trockenheits- und Fremdkörpergefühl. Dementsprechend sind bei trockener Luft Kontaktlinsen mit einem geringen Wasseranteil am besten geeignet.

Vollständig ohne in das Material integrierte Flüssigkeit kommen harte Kontaktlinsen aus. Einen niedrigen Wassergehalt haben Silikon Hydrogel Linsen. Kontaktlinsen aus reinem Hydrogel haben hingegen einen sehr hohen Wasseranteil und entziehen daher auch den Augen sehr viel Flüssigkeit.

Weitere Entscheidungskriterien

Neben dem optimalen Material spielen noch andere Faktoren eine Rolle wie Verträglichkeit und Verwendungszweck. Harte Kontaktlinsen sind ideal für trockene Luft geeignet. Ihre hohe Sauerstoffdurchlässigkeit macht sie selbst für empfindliche Augen geeignet. Jedoch bieten harte Kontaktlinsen keinen guten Spontankomfort und haben eine lange Eingewöhnungszeit. Wer Kontaktlinsen also im Winter nur sporadisch trägt, sollte besser auf Silikon Hydrogel Kontaktlinsen zurückgreifen. Generell eignen sich in diesem Fall Tageslinsen am besten, da sie keinen zusätzlichen Pflegeaufwand erfordern und bei vielen Produkten Benetzungsstoffe im Blister integriert sind, die die Befeuchtung der Augen während des gesamten Tragens unterstützen.

Möglichkeiten zur Unterstützung gut befeuchteter Augen

Um die Augen bestmöglich vor den Folgen trockener Luft zu schützen, können eine Vielzahl an Vorkehrungen getroffen werden. Wer bei warmer Heizungsluft in Innenräumen arbeitet, dem ist ein Luftbefeuchter zu empfehlen. Es sollte außerdem auf ausreichendes Blinzeln geachtet werden. Das gilt besonders für Personen, die viele Stunden vor dem Computer-Bildschirm verbringen, da Monitorarbeit die Blinzelfrequenz deutlich verringert. Des Weiteren sollten Qualm und Raucherräume gemieden werden. Prinzipiell sollte den Augen im Winter häufiger bewusst eine Pause gegönnt werden.

Nachbenetzungstropfen

Ein bewährtes Mittel gegen trockene, gereizte und müde Augen sind Nachbenetzungstropfen. Diese können in vielen Fällen auch verwendet werden, während sich die Kontaktlinsen in den Augen befinden. Nachbenetzungstropfen beseitigen ein bestehendes Fremdkörpergefühl im Auge und sorgen dafür, dass der Tränenfilm stabilisiert und eine dauerhafte Benetzung ermöglicht wird.

Vorteile von Kontaktlinsen im Winter

Kontaktlinsen sind gerade im Winter in vielerlei Hinsicht praktischer und komfortabler als Brillen. Ein ganz wesentlich Vorteil ist, dass Kontaktlinsen nicht beschlagen. Störende Schneeflocken auf den Brillengläsern gehören mit Kontaktlinsen ebenfalls der Vergangenheit an. Beim Skifahren ist das Tragen einer Skibrille mit Kontaktlinsen deutlich angenehmer. Viele Linsen verfügen heutzutage auch über einen integrierten UV-Schutz. Dieser schützt die Iris samt den dahinterliegenden Organen. Allerdings ist zu beachten, dass der Rest des Auges ungeschützt bleibt. Eine zusätzliche Sonnenbrille ist daher unbedingt zu empfehlen.

Kontaktlinsen bei Extrembedingungen

Bei Temperaturen weit unter 0° Celsius können Kontaktlinsen im Behälter sowie Pflegemittel gefrieren. Hält der gefrorene Zustand nicht über einen längeren Zeitraum (Wochen oder Monate) an, nehmen die Produkte im Regelfall keinen Schaden. Nach einem langsamen Auftauen können sie wieder regulär verwendet werden.

Kontaktlinsen bei winterlichen Outdoor-Touren

Wer im Winter über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen ununterbrochen im Freien unterwegs ist und keine Möglichkeit hat, eingefrorene Kontaktlinsen aufzutauen, der sollte bereits in den Vorbereitungen hilfreiche Maßnahmen treffen. Der einfachste Weg ist, Tag- und Nacht-Kontaktlinsen zu verwenden. Artikel wie die Biofinity von CooperVision, Die PureVision 2 HD von Bausch + Lomb oder die Air Optix Night & Day Aqua von Alcon sind für eine ununterbrochene Tragedauer von 30 Tagen geeignet. Da Kontaktlinsen nicht an den Augen festfrieren können, sind sie während des Tragens sicher vor Frost geschützt. Wer keine Dauertragelinsen verwenden möchte, sollte seine Kontaktlinsen und Pflegemittel stets eng am Körper tragen und nachts am besten mit in den Schlafsack nehmen.

Kontaktlinsen bei einer Erkältung

Um Infektionen zu vermeiden sollte bei einer Erkältung oder Grippe auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichtet werden. In diesem Fall ist die Brille die bessere Alternative.