zurück

Kontaktlinsen-Lexikon

Astigmatismus (Stabsichtigkeit, Hornhautverkrümmung )

Astigmatismus bezeichnet in der Augenheilkunde einen meist angeborenen Brechungsfehler des Auges. Die von einem betrachteten Objekt ausgehenden Lichtstrahlen werden bei diesem Sehfehler nicht in einem Punkt auf der Netzhaut gebündelt, sondern in einer Brennlinie abgebildet. Daher rührt auch der Name Stabsichtigkeit für diese häufig auftretende Form der Fehlsichtigkeit. Astigmatismus ist ebenfalls unter dem Namen Hornhautverkrümmung und Stabsichtigkeit bekannt.

Astigmatische Abbildungsfehler können heutzutage durch spezielle torische Kontaktlinsen korrigiert werden.

Ursachen von Astigmatismus

Es können verschiedene an der Brechung des Lichtes beteiligte Medien als Ursachen für Astigmatismus verantwortlich gemacht werden. Dass Betroffene vom Tragen von Kontaktlinsen ausgeschlossen sind ist dabei ein genauso weit verbreiteter Irrtum, wie auch der Gedanke, dass es sich bei Astigmatismus um eine Krankheit handelt. Während es früher lediglich möglich war diese Form der Fehlsichtigkeit mittels Brille auszugleichen, gibt es heutzutage auch Kontaktlinsen, die selbst eine starke Hornhautverkrümmung des Auges korrigieren können. Die Anpassung von Kontaktlinsen durch einen kompetenten Fachmann stellt auch bei dieser Fehlsichtigkeit das oberste Gebot dar. Denn nur er kann die zur Korrektur einer Hornhautverkrümmung wichtigen Werte ermitteln. Diese sind für die individuell anzufertigende torische Kontaktlinse notwendig und können so dem Hersteller weitergegeben werden.

Formen des Astigmatismus

Insgesamt lassen sich vier unterschiedliche Formen des Astigmatismus benennen.

  • Wenn eine Brennlinie des Astigmatismus in der Netzhautebene liegt, die andere aber dahinter, spricht man von einem "Astigmatismus hyperopicus".
  • Liegt eine Brennlinie davor, die andere in der Netzhautebene, so handelt es sich um einen "Astigmatismus myopicus".
  • Der Fachterminus einer Mischform beider Abbildungsfehler heißt "Astigmatismus mixtus".
  • Als "Astigmatismus compositus" wird die Form des Astigmatismus bezeichnet, die zusätzlich von einer Weit- oder Kurzsichtigkeit begleitet wird.

Neben diesen Formen des Astigmatismus wird außerdem der reguläre Astigmatismus von dem irregulären Astigmatismus unterschieden. Bei ersterem stehen die maximal und minimal brechenden Ebenen senkrecht aufeinander. Der irreguläre Astigmatismus ist gekennzeichnet durch einen von 90° abweichenden Winkel beider zueinander stehender Ebenen.

Die Astigmatismuskorrektur mittels Kontaktlinse

Für die Korrektur einer Hornhautverkrümmung ermittelt der Augenarzt oder –optiker zunächst die Brechkraft des Auges, bevor er die Krümmung der Hornhautoberfläche vermisst. Ausgehend von den Ergebnissen wählt der Anpasser abhängig von der Stärke des Astigmatismus die geeignete Linse aus. Für die vorzunehmende Korrektur stehen ihm sphärische oder torische formstabile sowie weiche Kontaktlinsen zur Verfügung. Diese sollten im Fall einer hohen Verkrümmung immer torisch sein.

Astigmatismuskorrektur mit Brille

Zur Astigmatismuskorrektur werden bei Brillen torische Linsen, die Zylindergläser genannt werden, verwendet. Der aufgrund der Verkrümmung vom betrachteten Objekt als Brennlinie ausgehende Lichtstrahl wird anhand der entsprechenden Gläser so gebrochen, dass er auf der Netzhaut scharf und punktförmig erscheint.

Refraktive Chirurgie

Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit allen Augenoperationen, die die Gesamtbrechkraft des Auges verändern. Das Ziel einer solchen Operation: Durch die Korrektur von Ametropien soll das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen nicht mehr benötigt werden beziehungsweise zumindest deren Stärke deutlich reduziert werden. Zur Auswahl stehen mehrere Operationsmethoden, deren Risiken sich jedoch voneinander unterscheiden. Heutzutage stehen mehrere Laserverfahren zur Auswahl, die in ihrem Vorgehen gewisse Unterschiede aufweisen.